Das Voice-Over

Beeld22

Das Voice-Over

Du kennst es wahrscheinlich gut, es ist sogar ein weit verbreitetes Phänomen, jeder macht es: jeder spricht mit sich selbst.

Deine innere Stimme, die den ganzen Tag an alles denkt. Wir sind so sehr daran gewöhnt, dass wir es ganz normal finden. Aber wenn du mal darauf achtest, scheint es eine etwas verrückte Angewohnheit zu sein. Warum kommentieren wir immer unser Leben in uns selbst? Warum haben wir jemals damit angefangen, ich meine, als wir Babys waren, haben wir es doch noch nicht getan?

Jemand sagte einmal zu mir, als wir so darüber sprachen: „Ja? Findest du es verrückt, dass wir das tun? Mmm ... was denkst du, was passieren würde, wenn alle laut sagen würden, was sie denken? Ich denke, viele Leute würden für verrückt erklärt werden.“

Danach achtete ich besonders darauf. Der interne Dialog ist oft unzusammenhängend, von der Ferse bis zur Zehe, wiederholt sich ständig und spricht fast immer über die Vergangenheit oder die Zukunft. Auf jeden Fall immer über Dinge, die jetzt überhaupt nicht da sind.

Oftmals hat die innere Stimme den Charakter einer Art Voice-Over. Wie die Kommentarstimme eines Fußballspiels versorgt sie das Leben mit unaufgeforderten Untertiteln. Oft völlig überflüssig, denn das Leben braucht überhaupt keine Untertitel. Und wenn man das einmal weiß oder es einfach satt hat, warum ist es dann so schwierig, damit aufzuhören?

Wenn du genau auf das Funktionieren der inneren Stimme achtest, wirst du sehen, dass sie immer vor oder nach einem Ereignis, einer Handlung oder einer Aktion zu reden beginnt. Während der Handlung selbst, ist die Stimme nicht da. Achte Mal drauf: Wenn du deine volle Aufmerksamkeit auf etwas legst, wird es in deinem Kopf ruhig. Die Stimme verschwindet im Hintergrund. Und wenn man ein wenig tiefer blickt, kann man sehen, dass, wenn man seine volle Aufmerksamkeit auf etwas richtet, das Gefühl eines "Ichs" ein wenig verloren geht. Das Leben selbst übernimmt die Macht, es fließt durch dich hindurch, ohne dass ein "Ich" eingreift. Dies wird oft als Flow bezeichnet. Mit dem Verschwinden deiner inneren Stimme verschwindet auch dein "Ich"-Gefühl. Die beiden haben eine Beziehung, sie sind verbunden.

Deine innere Stimme hilft deinem Ego, sein besonderes "Ich"-Gefühl zu erzeugen. Es ist im Wesentlichen die Stimme deines Egos, die dir das Gefühl einer "Ich"-Erfahrung gibt. Dein Ich wird erst vor oder nach einem Ereignis erstellt.

Und so beansprucht das Ego immer wieder das Leben. Ein Leben, das in sich völlig frei ist und nichts als das Leben selbst braucht. Das Leben leben ohne Intervention, ohne Lasten, ohne Beanspruchung, ohne unnötigen Aufwand ist Freiheit.